Lust und Laster – St. Paulis heißes Pflaster

“Auf der Reeperbahn nachts um halb eins, ob du’n Mädel hast oder auch kein’s, amüsierst du dich, denn das findet sich auf der Reeperbahn nachts um halb eins.”

Sex, Drugs and Rock’n'Roll – Vom Sündenpfuhl zur Legende

Hamburg ist seit jeher für sein Rotlichtviertel rund um die Reeperbahn berühmt. Bis ins 19. Jahrhundert lag die heute als “Kiez” oder “sündige Meile” bekannte Region zwischen den Städten Hamburg und Altona. Aufgrund dieser geografischen Position siedelten sich hier Betriebe und Menschen an, die im eigentlichen Stadtgebiet nicht erwünscht waren, darunter natürlich auch die Damen des horizontalen Gewerbes, von denen es jede Menge in die Gegend zog. Der nahe gelegene Hafen mit seinen weitgereisten Seeleuten aus aller Welt machte den Nutten Hamburg als Arbeitsplatz äußerst attraktiv. 1860/61 wurde die sogenannte Hamburger Torsperre aufgehoben, 1938 wurde Altona schließlich der Hansestadt eingemeindet, so dass nun die Reeperbahn endgültig mitten im Stadtgebiet lag.

Kult und Kultur

Das Hamburger Rotlichtviertel mit seinen Nutten war und ist immer wieder Gegenstand von Filmen, Fernsehserien und Liedern wie “Reeperbahn” von Udo Lindenberg und “Auf der Reeperbahn nachts um halb eins” mit Hans Albers. In den 60er Jahren bereiteten die Beatles ihre beispiellose Karriere in den ansässigen Musik-Clubs vor.

Ein besonderer Bereich der sündigen Meile findet sich in der Herbertstraße in der Nähe des Hans-Albers-Platzes. Der Zugang zu dieser ungefähr 60 Meter langen Straße ist durch Barrieren abgesperrt, die eindeutig darauf hinweisen, dass Minderjährige und Frauen keinen Zutritt zur dahinter liegenden Bordellstraße haben. Die Nutten sitzen in der Herbertstraße hinter Schaufenstern und preisen ihre Reize an. Gerade für Gruppen junger Männer zählt der Besuch der Herbertstraße beim Kiezbummel traditionell zum Pflichtprogramm, denn selbst wenn keine “Dienstleistung” in Anspruch genommen wird, kokettieren die Huren gern auch verbal mit den Passanten. Weitere Bordelle, die sogenannten Laufhäuser, und zahlreiche Sex-Clubs sowie Erotik-Shops und Show-Bars säumen den gesamten Verlauf der eigentlichen Reeperbahn.

Außerdem hat sich die sündige Meile mittlerweile zu einem echten Kulturzentrum mit Theatern, Operettenhaus, Wachsfigurenkabinett und dergleichen gemausert. Die vielen Kneipen, Diskotheken und Nachtclubs machen den Kiez auch zu einem beliebten Ziel für das junge Partyvolk. Zu den besonderen Stätten, die Touristen auf ihrem Besuch im Hamburger Rotlichtviertel außerdem gesehen haben sollten, gehören neben der Herbertstraße der Hans-Albers-Platz, der Spielbudenplatz, die Davidwache und die große Freiheit, eine der Nebenstraßen der Reeperbahn, die sowohl für ihre erotischen Live-Shows populär ist als auch für ihre Clubs, in denen regelmäßig Konzerte international angesagter Musiker stattfinden.

Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 04. März 2010 um 12:20 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
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